Freitag, Januar 20, 2012

Dinge, die die Welt nicht braucht!

Heute: Steffi´s Kindle (leider)...

Hach, ich weiß es noch wie gestern als mich zu Weihnachten wie ein kleines Kind über meinen Kindle gefreut habe. Wobei...ich hatte mich ja schon Wochen vorher gefreut, als ich die Bestellung bei Amazon abgeschickt habe...Nein, eigentlich sogar noch viel eher...als mir in Pamfilya jemand den Mund wässrig gemacht hatte und für mich fest stand: das Ding brauche ich für die Malediven! Denn man kann ja nicht unendlich viele Bücher mitschleppen!

Und dann sowas:


- Ohne Worte -

Donnerstag, Januar 19, 2012

Anekdoten aus dem RL-Alltag


Heute: Auf die Goldwaage gelegt…

Hier auf Kuramahti werden die Gäste direkt nach der Ankunft wenn sie das Boot verlassen haben und den Steg Richtung Rezeption gehen zumeist gleich von unseren (ungefährlichen) Riffhaien begrüßt. Gerade bei den weiblichen Gästen ruft dies nicht immer zwingend Rufe der Entzückung hervor.
Natürlich sind die Riffhaie dementsprechend ein großes Thema im Welcome. Oft schon, bevor man als Reiseleitung überhaupt Luft holen kann um die Gäste zu begrüßen.
Om letzten Welcome versuchte ich nun mit Engelszungen ein sehr hysterisches weibliches Gäste-Exemplar (Sarah Knappik im Dschungelcamp ist eine Nullnummer dagegen) zu beruhigen.
Ich erzählte, dass die Haie – ähnlich wie die Gäste - ein Unterwasser-All-Inclusive gebucht haben und dass sie nur ganz ungefährlich auf dem Grund herumschwimmen. Ich erwähnte mein Schnorchelerlebnis mit einem Riffhai (und ja, ich lebe noch) und dass meine Kollegin sogar schon mit 6(!) Haien geschnorchelt ist (ja, auch sie lebt noch). Ich meinte auch, zur Sicherheit sollte man sich doch vor dem Schnorcheln von einem der Flughunde anpinkeln lassen (soll ja Glück bringen).
Nachdem mir andere Urlauber zustimmten, beruhigte sich die Dame etwas. Zumindest stellte sie die Schnappatmung ein. Nur ihre wild und unkontrolliert umherwanderten Augen ließen vermuten, dass mittlerweile entweder auf der Suche nach einem Flughund oder nun auch an Land auf der Suche nach einem der Haie war.

Ich konnte meinen Welcome nahezu ungestört fortsetzen (mit Ausnahme der üblichen Zwischenrufe der Besserwisser) und kam an die Stelle mit den Kokosnusspalmen. Hier kann man als Reiseleitung normalerweise noch einmal sehr deutlich die Harmlosigkeit der Riffhaie verdeutlichen.

RL: „Die Wahrscheinlichkeit von einer Kokosnuss getroffen zu werden ist 15mal höher als die, von einem Riffhai attackier zu werden!“
Hysterischer Gast: „Ha! Also greifen die doch an!!!“
RL: „…?!?...“

Merke: beim nächsten Mal erst gucken, wie hoch die Quote weiblicher hysterischer Teilnehmer am Welcome ist!!!

Montag, Januar 16, 2012

From dusk till dawn

…ODER: Willkommen auf Kuramathi!

Der ein oder andere wird es schon bemerkt haben - seit nunmehr 11 Tagen wohne ich auf Kuramathi. Am ersten Abend verabschiedete der Tag sich gleich mit einem wunderschönen – wenn auch mit kleinen Wölkchen versehenem – Sonnenuntergang.


Dem Kuramathi bei Tag folgte ein Kuramathi bei Nacht. Für mich bis jetzt zwei komplett unterschiedliche Inseln. Ich versuche mich an Banyan-Bäumen zu orientieren wenn ich zu meinem Zimmer will oder merke mir die Stelle, an der ich jedes Mal stolpere.
Ich kann froh sein, dass ich mich hier nur auf einer Länge von 1,8 km verlaufen kann.
Ebenso froh bin ich, dass die Ratten aufgehört haben auf unserem Wellblechdach mit Kokosnüssen Fußball zu spielen. So kann ich nachts endlich schlafen ohne ständig vom Getrappel der kleinen Monster wach zu werden. Ich hoffe, dass die Saison vorbei ist und erst im November nach einer langen Sommerpause wieder anfängt!
Ganz angekommen bin ich noch nicht im Paradies. Aber sie macht es mir leicht…diese kleine Insel im Indischen Ozean…

Donnerstag, Januar 05, 2012

Kann ich nicht, gibt´s nicht…


…oder: wer sagt denn, dass ich keine alten Fotos löschen darf?!

Trennungen und Abschiednehmen sind doof! Machen wir uns da nix vor.
Aber auch hier gibt es wie so oft zwei Seiten der Medaille. Erst in den letzten paar Tagen habe ich wieder vielen netten Menschen „Auf Wiedersehen!“ sagen müssen. Ich habe Abschied genommen, und ich weiß, dass die damit verbundene Trennung zwar von längerer Dauer aber nicht auf immer und ewig ist (so Gott will). Und somit fiel mir dieses Abschied nehmen zwar schwer, aber es ist gut zu verkraften.
Aber dann gibt es da noch diese Abschiede und Trennungen, die nicht freiwillig sind, die wir uns evtl. gar nicht ausgesucht haben, die wir uns nicht eingestehen möchten, die uns verletzen.
In diesem Falle erfolgt zumeist zunächst die Trennung mit einer brutalen Realität. Jeder von uns reagiert darauf ganz individuell. Der eine mit tiefer Trauer, der andere mit gar schier unfassbarer Wut, andere vielleicht sogar mit einer unglaublichen Gleichgültigkeit.
Ich gehöre da zu den Mischtypen.
Meine Tränen trocknen zwischendurch schlagartig und ich werde von einer Wut überfallen, so dass ich Gegenstände aus Fenstern oder gegen Wände werfen und Menschen so lange schütteln möchte, bis sie wieder bei Sinnen sind. Beides kostet aber soviel Kraft bzw. wird von mir als sinnlos angesehen (ich meine hier Punkt zwei…das mit den Menschen schütteln), dass mir dann vieles egal wird.
Ich bin erschrocken und verwirrt und kann mich selber nur noch schwer verstehen.
Wie gut tun einem doch dann Freunde, die man in einem solchen Moment erst wirklich als solche erkennt, weil sie immer eine Ecke auf ihrem Sofa für einen frei haben. Oder der Nachbar von oben bzw. sein Keller, weil dort noch Unmengen Sekt von der letzten Promotion-Tour gelagert werden. Oder die Freundin, die sich deine Geschichte einfach nur anhört, im Anschluss lacht und fragt, warum du denn kein Kamerateam von RTL angerufen hast.
Menschen, die einfach für einen da sind. Die dir zuhören und keine schlauen Ratschläge für dich haben.
Wie zum Beispiel der Ratschlag, alte Fotos bloß nicht wegzuwerfen sondern aufzuheben.
„Das kannst Du nicht machen! Das sind doch Erinnerungen!!!“
Ich habe auf diesen Ratschlag gehört. Ich war ja verwirrt! Wenn ich jetzt darüber nachdenke, bin ich immer noch oder schon wieder verwirrt. Aber ich denke mir: „Na und?!“.

Natürlich sind Erinnerungen was Schönes. Und natürlich sind auch Fotos was Schönes. Und sicher, es gibt Trennungen unfreiwilliger Art, bei denen man Erinnerungen in Form von Fotos behalten möchte. Oder gar muss. Weil man Angst hat, dass man den Menschen auf diesen Fotos ansonsten irgendwann vergisst. Dass man keine Erinnerungen an gemeinsame Zeiten mehr hat.  Aber ich bin mir sicher, dass jeder weiß, dass ich eine solche Trennung hier nicht meine. Sondern eine Trennung zwischenmenschlicher Art.
Und an dieser Stelle sei mal gefragt: wer sagt denn, dass man bestimmte Erinnerungen überhaupt behalten möchte? Erinnerungen, die nach wie vor schmerzen und bei denen sich ein flaues Gefühl in der Magengegend ausbreitet. Weil man nicht nur an alles Schöne sondern den großen Knall am Ende denken muss.
Sollte man nicht gerade dann bei Erinnerungen und Fotos selektieren? Anders gefragt: wer sagt denn, dass man bestimmte Erinnerungen überhaupt behalten möchte? Sollte man nicht irgendwann bereit sein zum Abschied nehmen? Und gibt es dann nicht Rituale, die zum Abschied nehmen dazu gehören? Wie zum Beispiel Fotos wegwerfen, verbrennen oder löschen?
Ich habe mir diese Fragen mit Ja beantwortet.
Und so habe ich in den letzten Stunden, die ich in einem natürlich verspäteten IC der Deutschen Bahn sitze, der mich zum Frankfurter Flughafen bringen soll, aufgeräumt. Ich habe alten Staub aufgewirbelt. In Erinnerungen geschwelgt. Fotos gelöscht. Nicht immer war es schön. Nicht immer fiel es mir leicht.
Aber ich fühle mich leichter. Erleichtert. Und bin verwirrt. Darüber, dass es mir so geht. Und darüber, dass ich denke: „Was a Schmarrn!“ als ich in den Kölner Hauptbahnhof einfahre und die ganzen Schlösser sehe, die die Verliebten an der Brücke angebracht haben und immer noch anbringen. Für die Ewigkeit?!? Was ist denn schon für die Ewigkeit?
„Ewigkeit ist Langeweile auf Dauer!“
Diese Textzeile fällt mir in diesem Moment ein. Traurig. Aber auch irgendwie wahr.
Nun, ich bin mir sicher, ich werde in den nächsten Monaten auch das ein oder andere Mal Langeweile verspüren. Aber nicht auf Dauer. Ich werde etwas dagegen unternehmen.
Zunächst einmal werde ich ein Feuer machen. Nein, nein, keine Angst. Dieses ganze Schwelgen in Erinnerungen hat mich nicht so sentimental gemacht, dass ich jetzt zum Feuerteufel werde.
Aber beim Portmonee aufräumen habe ich noch zwei Erinnerungsstücke gefunden.
Ich werde sie verbrennen. Und zwar auf einer einsamen Robinson Insel. Mit einem selbst gebastelten Rock aus Palmenwedel und einem Oberteil aus zwei Kokosnusshälften werde ich lachend mit meiner roten Wallemähne um das Feuer herumspringen und die Vergangenheit zum Teufel schicken.
Jawohl, genau das ist mein Ziel für die nächsten Tage!
Das kann ich nicht machen denkt sich jetzt der ein oder andere?!
Und wie ich kann…wartet nur ab!
Ok., vielleicht werde ich mich vorher noch einmal schlau machen, wie Ernst die Hexenverfolgung auf den Malediven noch genommen wird…

Sonntag, Januar 01, 2012

Aus Kalimera wurde Merhaba...

ODER: und Schwupp biste in der Türkei und der Sommer ist vorbei!

Ich weiß, ich weiß...es ist der 1. Januar 2012 und ich habe meinen Blog sträflich vernachlässigt.
Und das, wo ich doch jede Menge mitzuteilen gehabt hätte. Denn schon nach kurzer Zeit war mein zu Hause nicht mehr das Sensimar Michelangelo auf Kos sondern der Robinson Club Pamfilya in Side:



Wie es halt manchmal so ist im Leben: 1. kommt es anders und 2. als man denkt!
Die ganzen letzten acht Monate noch einmal im Detail darzulegen würde jetzt einfach zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber wer weiß: vielleicht habe ich ja schon bald mehr Zeit als mir lieb ist...dazu beizeiten mehr!

Erwähnen muss und möchte ich aber doch, dass ich in den letzten Monaten viele unglaublich tolle Menschen kennengelernt habe und nicht nur viel über mich sondern auch über das merkwürdige Verhalten versnobter Urlauber an der türkischen Riviera gelernt habe. Wären da nicht meine lieben Kollegen gewesen, die mich im Büro so oft aufgefangen und unterstützt haben, hätte man wohl über kurz oder lang Schlagzeilen über eine "amoklaufende Reiseleiterin in Side" lesen können. Nicht zu vergessen an dieser Stelle sind natürlich auch die Kollegen im Robinson Club, die durch viele abendliche oder gar nächtliche Ablenkungsmanöver den Rest dazu beitrugen, dass ich mir türkische Gefängnisse nicht von innen ansehen musste!

Aber so verging der Sommer wie im Flug...sogar schneller als mir lieb war (wie ich im Nachhinein eingestehen muss)!

Doch schon bald startet für mich ein neuer Abschnitt - getreu dem Motto:

"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."